Art wählen
Klicken zum Öffnen/Schließen der Artenliste

Phocoena phocoena Linné, 1758

  • LegendeExakte Daten
  • LegendeUnscharfe Daten
  • LegendeHistorische Daten
Art-Foto
Schweinswal in der Unterweser. Foto: Lutz Ritzel.

Taxonomie

  • Unterstamm: Vertebrata
  • Klasse: Mammalia
  • Ordnung: Cetacea
  • Familie: Phocoenidae

Bearbeiter

  • Name:
    Birte Sänger
  • Institution:
    HS Bremen
  • Info:
  • E-Mail:
    Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
  • Webseite:

Rote Listen

IUCN
Least Concern(LC)
RL Deutschland (Meinig et al. 2009)
Stark gefährdet(2)

Weitere Attribute

Kommentar

Deutsch (DE-CH-AT)

Artbeschreibung



Beschreibung

Der Schweinswal ist eine der kleinsten Walarten (selten > 200 cm) und gehört zur Familie Phocoenidae. Er zeigt einen Sexualdimorphismus, wobei die Weibchen größer sind als die Männchen (Fontaine & Barrette 1997). Die Art umfasst die Unterarten: Phocoena phocoena phocoena im Nordatlantik, P. p. vomerina im Osten des Nordpazifik, eine unbenannte Art des westlichen Nordpazifik und P. p. relicta im Schwarzen Meer (Hammond 2008). 


Aussehen

Der Körper des Schweinswals ist gedrungen mit Kopf ohne schnabelförmige Schnauze. Die Haut am Rücken ist schwarz, wohingegen der Bauch weiß ist. Von der flachen und dreieckigen Rückenfinne geht lateral ein graues Feld ab. Vom Mundwinkel bis zum Ansatz der Brustflossen verläuft ein geteiltes schwarzes Band (Kinze 1994).

 

Verbreitung

Schweinswale kommen in gemäßigten bis kalten subpolaren Gewässern der Nordhalbkugel vor. Sie sind im allgemeinen in Festlandsockel Gewässern zu finden, obgleich sie gelegentlich bei Wanderungen durch tiefere küstennahe Gewässer schwimmen. Im Nordpazifik reicht das Verbreitungsgebiet von Zentralkalifornien und dem nördlichen Honshu bis zum Süden der Beaufort- und Tschuktschensee. Im Nordatlantik kommen Schweinswale vom Südosten der Vereinigten Staaten bis zum Süden der Baffininsel sowie von Senegal bis nach Nowaja Semlja vor. Sie sind auch um den Südosten und Westen Grönlands, Island und die Färöer-Inseln zu finden. Der Schweinswal ist zudem die einzige Walart, die  in der Ostsee vorkommt (Hammond 2008).


Lebensraum

Im Verbreitungsgebiet des Schweinswals kommt die Art hauptsächlich in Festlandsockel Gewässern vor. Sie sind in relativ flachen Buchten, Ästuaren und Prielen, die weniger als etwa 200 m tief sind zu finden (Hammond 2008).


Nahrung

Schweinswale ernähren sich von einer Vielzahl von Fischen und Cephalopoden (Kopffüßern). Die Nahrungszusammensetzung variiert regional. Obwohl kleine Schwarmfische, wie Hering, eine wichtige Nahrungskomponente darstellen, ist die Nahrungssuche auf dem Meeresgrund in vielen Bereichen charakteristisch (Hammond 2008). Die Nahrung besteht aus Grundeln (Pomatoschistus spp.), Wittling (Merlangius merlangus), Kleiner Sandaale (Ammodytes tobianus), Hering (Clupea barengus), Kabeljau (Cadus morphua) und Sprotte (Sprattus sprattus), wobei Wittling, Sandaale und Grundeln  die größten Anteile ausmachten (Jansen et al. 2013).


Fortpflanzung

Nach der Ovulation und Paarung (Ende Juni bis Anfang August) finden die Geburten Mitte Mai statt (Tragzeit 10-11 Monate) (Fontaine & Barrette 1997). In der Regel wird 1 Junges geboren. Die Weibchen erreichen in einem Alter von 3-4 Jahren (ca. 144 cm Körperlänge) die Geschlechtsreife, wohingegen die Männchen mit 2-3 Jahren (ca. 131 cm Körperlänge) geschlechtsreif werden (Kinze 1994).

 

Feinde/Gefahren

Häufig werden Tiere in Schleppnetzen als Beifang gefangen, stranden oder fallen chemischer Verschmutzung, dem Schiffsverkehr und Lärm zum Opfer. Weitere Gefahren stellen die fehlende Nahrung durch Überfischung und die Jagd durch den Menschen (z.B. in Grönland) dar (Hammond 2008, Jansen et al. 2013). Nach Santos et al. (2004) wurden einige Tiere von Tursiops Delphinen getötet.

 

Parasiten/Krankheiten

Der Lungenwurm Pseudalius inflexus wurde in der Lunge eines gestrandeten, toten Schweinswals nachgewiesen. Dieser war mit Brucella sp. infiziert (Dawson et al. 2008). Nach Kijewska et al. (2003) verursacht die Nematode Stenurus minor Gehörfehlfunktionen, da die chronische oder akute Entzündung mit parasitärer Infektion Auswirkungen auf die Hörnerven und das Mittelohr hat. Nach Brattey & Stenson (1995) gehören zu den Endoparasiten des Schweinswals Nematoden (Fadenwürmer, wie Anisakis simplex, Contracaecum osculatum und Phocascaris sp.), Cestoden (Bandwürmer, wie Diphyllobothrium sp. und D. stemmacephalum und Tetrabothrius sp.) Acanthocephala (Kratzwürmer, Bolbosoma sp.).

 

Weiterführende Literatur

Brattey, J. & Stenson, G. B. (1995): Helminth-parasites of the alimentary tract of the harbor porpoise, Phocoena phocoena (L), from Newfoundland and Labrador. - Journal of the Helminthological Society of Washington 62(2): 209-216.

Dawson, C. E., Perrett, L. L., Stubberfield, E. J., Stack, J. A., Farrelly, S. S. J., Cooley, W. A., Davison, N. J. & Quinney, S. (2008): Isolation and characterization of Brucella from the lungworms of a harbor porpoise (Phocoena phocoena). - Journal of Wildlife Diseases 44(2): 237-246.

Fontaine, P. M. & Barrette, C. (1997): Megatestes: Anatomical evidence for sperm competition in the harbor porpoise. - Mammalia 61(1): 65-71.

Hammond, P.S., Bearzi, G., Bjørge, A., Forney, K., Karczmarski, L., Kasuya, T., Perrin, W.F., Scott, M.D., Wang, J.Y., Wells, R.S. & Wilson, B. (2008): Phocoena phocoena. In: IUCN 2013. - IUCN Red List of Threatened Species. Version 2013.2. Veröffentlicht im World Wide Web unter:  http://www.iucnredlist.org/details/17027/0 [07.01.2014].

Jansen, O. E., Michel, L., Lepoint, G., Das, K., Couperus, A. S. & Reijnders, P. J. H. (2013): Diet of harbor porpoises along the Dutch coast: A combined stable isotope and stomach contents approach. - Marine Mammal Science 29(3): 295-311.

Kijewska, A., Jankowski, Z. & Rokicki, J. (2003): Pathological changes in the auditory organs of the harbor porpoise (Phocoena phocoena L.) associated with Stenurus minor (Kuhn,1829). - Acta Parasitologica 48(1): 60-63.

Kinze, C. C. (1994): Phocoena phocoena (Linnaeus, 1758) – Schweinswal oder Kleintümmler (auch Braunfisch). In: Robineau, D., Duguy, R. & Klima, M. (Hrsg.): Handbuch der Säugetiere Europas: Band 6 Meeressäuger – Teil IA Wale und Delphine 1. – Akademische Verlagsgesellschaft, Wiesbaden, 503 S.

Santos, M. B., Pierce, G. J., Learmonth, J. A., Reid, R. J., Ross, H. M., Patterson, I. A. P., Reid, D. G. & Beare, D. (2004): Variability in the diet of harbor porpoises (Phocoena phocoena) in Scottish waters 1992-2003. - Marine Mammal Science 20(1): 1-27.

Wenger, D. & Koschinski, S. (2012): Harbour porpoise (Phocoena phocoena Linnaeus, 1758) entering the Weser river after decades of absence. – Marine Biology Research 8(8): 737-745.

Normal 0 21 false false false MicrosoftInternetExplorer4

KURZDIAGNOSE

Quelle: ZITAT 

Flossenformel FORMEL
L.l. Anzahl Schuppen ANZAHL
Schlundzähne ANZAHL
Höhen-Längen-Verhältnis HÖHE:LÄNGE (TL)

ARTBESCHREIBUNG

Quelle: Kottelat & Freyhof (2007), Handbook of European Freshwater Fishes [aus dem Englischen übersetzt L. Rennebeck u. K. Plump, AG Fischökologie, Hochschule Bremen]; durchgesehen und redigiert J. Freyhof, 2013.

Beschreibung
Text.

Verbreitung
Text.

Lebensraum
Text.

Biologie
Text. 

Bemerkungen
Text.

 

WEITERE INFORMATIONEN

Text.

 

GEFÄHRDUNG UND SCHUTZBESTIMMUNGEN

Text

 

WEITERFÜHRENDE LITERATUR

Text