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Myocastor coypus Molina, 1782

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Art-Foto
Nutria - Myocastor coypus. Foto: © Biopix Schou, J.C.

Taxonomie

  • Unterstamm: Vertebrata
  • Klasse: Mammalia
  • Ordnung: Rodentia
  • Familie: Capromyidae

Bearbeiter

  • Name:
    Birte Sänger
  • Institution:
    HS Bremen
  • Info:
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  • Webseite:

Rote Listen

IUCN
Least Concern(LC)
RL Deutschland (Meinig et al. 2009)
Ungefährdet(ungef.)

Weitere Attribute

Kommentar

Deutsch (DE-CH-AT)

Artbeschreibung



Beschreibung

Das Nutria ist eine große, semiaquatische und pflanzenfressende Art, die ursprünglich aus Südamerika stammt. Die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere leben in selbstgegrabenen Bauen am Gewässerufer. Sie sind monogam und leben paarweise oder in Gemeinschaften von etwa 12-15 Tieren (Iori et al. 2013).

 

Aussehen

Nutrias sind große und plumpe Tiere mit einem Gewicht von 4 bis 8 kg. Im Vergleich von Größe und Gewicht ist das Nutria kleiner und leichter als der Biber (Castor fiber) und größer als die Bisamratte (Ondatra zibethicus). Die dichte Unterwolle ist graubraun gefärbt, wohingegen die Färbung der Grannen sehr variabel ist und von gelbgrau bis schwarz reicht. In der Regel sind sie braun gefärbt. Die Schnauze ist stumpf und die Oberlippe gespalten. Die Ohren treten deutlich aus dem Kopffell hervor. Der drehrunde Schwanz ist beschuppt und spärlich behaart. Der Hinterfuß ist zwischen der 1. und 4. Zehe mit Schwimmhäuten versehen. Die Zahnformel für diese Art lautet: 1013/1013. Die Prämolaren und Molaren besitzen Schmelzfalten und mehrere Wurzeln (Stubbe 1993). 

 

Verbreitung

Neben dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet in Südamerika (z.B. Argentinien, Brasilien, Chile, Bolivien, Paraguay) wurde die Art (als Pelztier und für die Fleischproduktion) in Nordamerika, Europa, Afrika und Asien eingeführt (Martino et al. 2013, Ojeda et al. 2013).


Lebensraum

Nutrias leben in Feuchtgebieten, Marschen und anderen Habitaten in der Nähe von Gewässern (Prigioni et al. 2005). Sie kommen selten weiter als 100 m entfernt von Flüssen und Seen vor (Ojeda et al. 2013). Die Tiere graben ihre Baue oder bauen Nester am Ufer von Flüssen und Seen. Die Eingänge befinden sich über Wasser. Nutrias verlassen den Bau meist in der Dämmerung oder in der Nacht, um in der Umgebung auf Nahrungssuche zu gehen (Coriale et al. 2006).


Nahrung

Nutrias ernähren sich als Pflanzenfresser von Blättern, Zweigen und Wurzeln. Zur Nahrung gehören das ganze Jahr über aquatische Macrophyten. Nach Prigioni et al. (2005) machen Schilfrohr (Phragmites australis) und Wasserpest (Elodea spp.) den größten Anteil der Nahrung aus. Nach Iori et al. (2013) ernährt sich die Art im Winter überwiegend von Wurzeln und Rhizomen. Bei landwirtschaftlichen Flächen in der Nähe von Gewässern kann auch Getreide Bestandteil der Nahrung sein (Prigioni et al. 2005). Selten gehören Schnecken, Würmer, Müllreste, Fisch und Mollusken zur Nahrung (Martino et al. 2013). 


Fortpflanzung

Männchen und Weibchen erreichen in einem Alter von 4 bis 6 Monaten die Geschlechtsreife. Im Durchschnitt haben die Weibchen 6 Jungen pro Wurf. Nach Iori et al. (2013) wurden trächtige Weibchen das ganze Jahr über beobachtet, was vermuten lässt, dass die Art sich nicht saisonal das ganze Jahr über fortpflanzt. Bei ausreichend Nahrung und einem milden Klima können ausgewachsene Weibchen zwei bis drei Würfe pro Jahr haben (Iori et al. 2013).

 

Parasiten/Krankheiten

Zu den Endoparasiten dieser Art zählen Nematoden (Fadenwürmer), Cestoden (Bandwürmer) und Trematoden (Saugwürmer). Fadenwürmer, wie Strongyloides myopotami und Trichuris myocastoris, kamen nach Martino et al. (2012) am häufigsten vor. Nutrias sind Wirt von Parasiten der Gattung Trichinella, die auf den Menschen übertragen werden können. Sie können zudem von Protozoen, wie Eimeria spp. befallen werden, welche Kokzidiose verursachen und zum Tod führen können (Martino et al. 2012).

 

Gefahren

In vielen Gebieten wird die Art als Plage angesehen, da sie u.a. Krankheiten überträgt und Ernteschäden verursacht (Iori et al. 2013).

 

Weiterführende Literatur

Coriale, M. J., Arias, S. M., Bo, R. F. & Porini, G. (2006): Habitat-use patterns of the coypu Myocastor coypus in an urban wetland of its original distribution. - Acta Theriologica 51(3): 295-302.

Iori, R., Gunji, Y., Hishinuma, M., Nagano, M., Takada, T. & Higaki, S. (2013):  Reproductive biology of the coypu, Myocastor coypus (Rodentia: Myocastoridae) in western Japan. - Zoologia 30(2): 130-134.

Martino, P. E., Radman, N., Parrado, E., Bautista, E., Cisterna, C., Silvestrini, M. P. & Corba, S. (2012): Note on the occurrence of parasites of the wild nutria (Myocastor coypus, Molina, 1782). - Helminthologia 49(3): 164-168.

Ojeda, R., Bidau, C. & Emmons, L. (2013): Myocastor coypus. In: IUCN 2013. - IUCN Red List of Threatened Species. Version 2013.2. Veröffentlicht im World Wide Web unter: http://www.iucnredlist.org/details/14085/0 [04.01.2014].

Prigorini, C., Balestrieri, A. & Remonti, L. (2005): Food habits of the coypu, Myocastor coypus, and its impact on aquatic vegetation in a freshwater habitat of NW Italy. - Folia Zoologica 54(3): 269-277.

Stubbe, M. (1993): Myocastor coypus (Molina, 1782) – Nutria. In: Niethammer, J. & Krapp, F. (Hrsg.): Handbuch der Säugetiere Europas: Band 2/II Nagetiere. – Akademische Verlagsgesellschaft, Wiesbaden, 638 S.

 

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KURZDIAGNOSE

Quelle: ZITAT 

Flossenformel FORMEL
L.l. Anzahl Schuppen ANZAHL
Schlundzähne ANZAHL
Höhen-Längen-Verhältnis HÖHE:LÄNGE (TL)

ARTBESCHREIBUNG

Quelle: Kottelat & Freyhof (2007), Handbook of European Freshwater Fishes [aus dem Englischen übersetzt L. Rennebeck u. K. Plump, AG Fischökologie, Hochschule Bremen]; durchgesehen und redigiert J. Freyhof, 2013.

Beschreibung
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Verbreitung
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Lebensraum
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Biologie
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Bemerkungen
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WEITERE INFORMATIONEN

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GEFÄHRDUNG UND SCHUTZBESTIMMUNGEN

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WEITERFÜHRENDE LITERATUR

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