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Canis lupus Linnaeus, 1758

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Art-Foto
Wolf - Canis lupus. Foto: © Biopix Sloth, N.

Taxonomie

  • Unterstamm: Vertebrata
  • Klasse: Mammalia
  • Ordnung: Carnivora
  • Familie: Canidae

Bearbeiter

  • Name:
    Birte Sänger
  • Institution:
    HS Bremen
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  • Webseite:

Rote Listen

IUCN
Least Concern(LC)
RL Deutschland (Meinig et al. 2009)
Vom Aussterben bedroht(1)

Weitere Attribute

Kommentar

Deutsch (DE-CH-AT)

Aktuelles

 

Artbeschreibung



Beschreibung

Der Wolf ist die größte Art der Familie Canidae. Wölfe sind nachtaktiv und verbringen den Tag ruhend in Verstecken in dichter Vegetation oder an unzugänglichen Stellen im Gelände. Sie leben in Rudeln, die meist aus einem adulten Paar und seinen Jungen des laufenden Jahres bestehen. Auch können Jungtiere aus vorhergehenden Jahren oder Geschwister des Paares zum Rudel gehören (Stenglein et al. 2011). Nach Mech & Boitani (2010) kommt der Wolf vorzugsweise in der Wildnis und abgelegenen Gebieten vor.


Aussehen

In Körperbau und -proportionen ist der Wolf  dem großen Deutschen Schäferhund ähnlich. Der Wolf besitzt einen großen, breiten Kopf mit kräftigem Hals. Das Fell ist hellgrau-ocker mit helleren Flanken und Bauch. Der Rücken und Schultersattel ist deutlich dunkler abgesetzt. Um die Maulöffnung herum ist das Fell heller und über dem Auge besitzen Wolfe einen hellen Fleck (Überaugenfleck). Die Fellfarbe ist individuell variabel und beinhaltet meist ein Gemisch aus schwarzen, rötlich-gelben, grauen und weißen Farbanteilen. Der buschige Schwanz ist höchstens ½ Kopfrumpflänge lang und hat eine meist dunkel abgesetzte Spitze. Auffallend sind ein starker Thorax und eine schlankere Bauchregion. Der Wolf ist hochbeinig mit schlanken Beinen und kräftigen Pfoten. Die Eckzähne (Caninus) und Reißzähne sind groß und kräftig (Peters 1993). 

 

Verbreitung

Ursprünglich gehörte der Wolf zu den am weitesten verbreitetsten Säugetieren der Welt. Sein Verbreitungsgebiet war auf der gesamten Nordhalbkugel nördlich des 15. Breitengrades in Nordamerika und des 12. Breitengrades in Indien. Er ist jedoch in weiten Teilen Westeuropas, in Mexiko und der USA ausgestorben. Ihr aktuelles Verbreitungsgebiet ist stärker eingeschränkt. Er kommt besonders in Kanada, Alaska und im Norden der USA, Europa und Asien von etwa 75° N bis 12° N vor (Mech & Boitani 2010).

Nach Habbe (2013a) sind in Niedersachsen drei territoriale Wolfsvorkommen (Munster, Gartow und Bergen)  und Einzelnachweise im Landkreis Osterholz und Diepholz bekannt. Zudem wurden Nachweise in den Regionen Meppen, Gifhorn, in der Lüneburger Heide und in den Landkreisen Cuxhaven und Celle erbracht (Habbe 2013a und Habbe 2013b). Im  Landkreis Verden konnte im Dezember 2014 ein am Straßenrand laufender Wolf gefilmt werden (Ralf Gerken, Scheeßel, pers. Mitt. 2015).


Lebensraum

Ursprünglich ist der Wolf in allen Lebensräumen außer hochalpinen Zonen zu finden. Heutzutage ist er im größten Teil seines europäischen Areals in bewaldeten Berg- und Gebirgsregionen zu finden. Im äußersten Norden und Nordosten Europas ist er auf die Tundra beschränkt. In Skandinavien kommen Wölfe überwiegend in großen zusammenhängenden Wäldern vor (Peters 1993). Nach Jedrzejewski et al. (2004) leben Wölfe in allen Waldtypen. Im Westen Polens sind sie auch in Kiefer-Monokulturen zu finden. Wölfe meiden landwirtschaftlich genutzte Gebiete und bevorzugen Wälder mit Nadelbaum Bestand. Die Verbreitung und die Abundanz werden durch die Bewaldung beeinflusst. Die Tiere Akommen am häufigsten in Gebieten mit einer Bewaldung von 50-80 % vor. In Italien werden Wölfe im Winter öfters in der Nähe von Dörfern und Städten beobachtet, wo sie auf Müllhalden nach Nahrung suchen (Jedrzejewski et al. 2004). Auf den „Rendezvousplätzen“ halten sich Jungtiere und Jährlinge auf, die sich nicht an der Jagd beteiligen. Meist sind diese geschützten Plätze mit lichter Vegetation. Dort halten sich auch die anderen Rudelmitglieder auf, wenn sie dich nicht auf der Jagd befinden (Peters 1993).


Nahrung

Der Wolf ernährt sich vorwiegend carnivor, jedoch kann er in seiner Nahrungswahl auch opportunistisch sein (Peters 1993) und sich von einem breiten Nahrungsspektrum ernähren. Die Nahrung wird durch die Populationsgröße, die Jahreszeit und die Verfügbarkeit anderer Ressourcen (z.B. Abfälle des Menschen, Mülldeponien oder Haustiere) beeinflusst (Lanszki et al. 2012). Der wesentliche Anteil der Nahrung besteht allerdings aus größeren Säugern, wobei Huftiere (Artiodactyla), wie Elche, Rehe, Rothirsche, Karibus, Wapitis, Rentiere oder Wildschweine vorherrschen (Jedrzejewski et al. 2012, Mech & Boitani 2010). An kleineren Säugern erbeutet er auch Hasenartige (Lagomorpha), Bisamratten und Biber. Auch Aas, Abfälle von Müllhalden, Früchte und Beeren sowie vereinzelt Wirbellose können zur Nahrung des Wolfes gehören (Chavez & Geese 2005, Lanszki et al. 2012). Beim Massenauftreten von Kleinsäugern werden auch diese gefressen, jedoch haben sie keinen wesentlichen Anteil an der Nahrung. Einen erheblichen Anteil können Haustiere, die im Freien gehalten werden (Rinder, Pferde oder Schafe), ausmachen. Haus- und Jagdhunde fallen Wölfen ebenfalls zum Opfer (Chavez & Geese 2005). Wölfe erbeuten meist jüngere, ältere oder geschwächte Tiere (Salvador & Abad 1987).


Fortpflanzung

Typisches Hängen (Peters 1993). Die Tragzeit beträgt im Durchschnitt 63 Tage (Schmidt et al. 1993). Wie auch bei der Paarungszeit werden die Jungen im Süden früher als im Norden geboren (zwischen März und Mai). Die Würfe umfassen 1-13 Jungtiere, wobei mehr als acht Welpen selten sind (Peters 1993). Im Durchschnitt besteht ein Wurf aus sechs Jungen (Stenglein et al. 2011). Die Weibchen sind monöstrisch (Schmidt et al. 2008), wobei nach Stenglein et al. (2011) auch zwei Würfe pro Jahr möglich sind.

Wölfe bringen ihre Jungen in unterirdischen bauen zur Welt. Der selbst gegrabene oder erweiterte Bau (z.B. vom Fuchs oder Dachs) befindet sich meist im zentralen Teil des Aktionsraums. natürliche Höhlen, wie Felshöhlen, hohle Bäume sowie im Dickicht versteckte Wurflager werden nur selten verwendet (Schmidt et al. 2008). Als Wurfplatz bevorzugen Wölfe sandige Böschungen in der Nähe von Wasser. Ohne Beunruhigungen oder Störungen werden die Wurfplätze selten geräumt und werden auch über mehrere Jahre nacheinander genutzt (Peters 1993).

 

Jugendentwicklung und Jungenaufzucht

Bei der Geburt sind die Welpen blind und taub. Sie besitzen ein kurzes, flauschiges, graubraunes Haarkleid und wiegen zwischen 300 und 500 g. Nach ungefähr 11 bis 15 Tagen öffnen sich die Augen und nach 20 Tagen sind die Welpen hörfähig. Die Entwöhnung beginnt schon ab der vierten Lebenswoche. Neben der Muttermilch nehmen die Welpen dann auch ausgewürgte Fleischbrocken zu sich. Zu diesem Zeitpunkt verlassen die Jungtiere zudem auch das erste Mal die Wurfhöhle. Ab dem vierten Lebensmonat wird Fleisch von den jungen Wölfen direkt verzehrt. Das Adult-Fell ist in einem Alter von zehn Wochen voll ausgebildet. Mit acht bis zehn Wochen verlassen das Rudel bzw. Paar mit den Welpen den Wurfplatz und ziehen zu wechselnden „Rendezvousplätzen“. Zu größeren Wanderungen sind die Welpen in einem Alter von vier Monaten fähig (Peters 1993).

An der Aufzucht der Jungen sind alle Rudelmitglieder beteiligt, wobei die Alpha Tiere (Alpha-Männchen und Alpha-Weibchen) den größten Anteil haben. In den ersten Tagen nach der Geburt bleibt das Muttertier nahezu ständig bei den Welpen und verlässt den Bau nur selten. Bis zur Entwöhnung hält sie sich die meiste Zeit über in der Nähe auf und beteiligt sich kaum an der Jagd. Das restliche Rudel geht auf die Jagd und trägt dem Muttertier Beute zu oder würgt Fleischreste für dieses hoch. Bei paarweise lebenden Wölfen (in Europa) kommt dem Männchen somit eine wesentliche Rolle bei der Jungenaufzucht zu (Peters 1993).

In Russland beginnen die Weibchen 10-15 Tage nach der Geburt zu jagen. Die Mobilität des Muttertieres steigt 11-20 Tage nach der Geburt, jedoch verbleibt das Weibchen in der Nähe des Baues. Bis zu einem Alter der Jungtiere von sieben Wochen, sind die Intervalle zwischen dem Säugen nicht länger als fünf Stunden (Schmidt et al. 2008).

 

Wanderungen

Wölfe, vor allem Individuen, die sich (noch) nicht fortpflanzen unternehmen einzeln oder in kleinen Gruppen weite Wanderungen. Überwiegend sind es Jährlinge, die aus einem Rudel abwandern. Vor dem endgültigen Verlassen des Rudels unternimmt ein Wolf meist mehrere Ausflüge von unterschiedlicher Zeitdauer und Entfernung. Tendenziell kommt es in größeren Rudeln häufiger zu Abwanderungen als in kleineren Rudeln. Im Durchschnitt legt ein Wolf auf Wanderungen eine Tagestrecke von 18 bis 28 km zurück (max. 200 km bei Verfolgungen).

 

Parasiten/Krankheiten

Zu den wichtigsten Krankheiten des Wolfes gehören Tollwut und Hundestaupe (Peters 1993).

 

Gefährdung und Schutzbestimmungen

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Wolfes sank um ein Drittel durch gezielte Verfolgung des Menschen aufgrund von gerissenen Nutztieren und Angst vor Übergriffen auf den Menschen. Dies stellt neben Habitatfragmentierung und Habitatverlust eine andauernde Gefährdung der Wolf Population dar (Chavez & Geese 2005, Jedrzejewski et al. 2004). Dadurch, dass der Wolf weit verbreitet vorkommt und einen stabilen Populationstrend aufweist, erfüllt die Art trotz der Gefährdungen nicht die Kriterien für die bedrohten Kategorien und wird nach der IUCN mit „Least Concern“ (LC) eingestuft. Allerdings sind manche Populationen auf regionaler Ebene stark gefährdet (z.B. in Nordamerika, westliche Zentralalpen) (Mech & Boitani 2010).

In Europa ist die bei weitem überwiegende Todesursache die Verfolgung durch den Menschen. Viele Tiere fallen Fahrzeugkollisionen im Straßenverkehr zum Opfer (Jedrzejewski et al. 2004). Die häufigste Todesursache bei Welpen stellt das Verhungern dar. Die Jungtiere fallen gelegentlich anderen Raubtieren oder –Vögeln wie Braunbär, Steinadler, Luchs oder Vielfraß zum Opfer. Bei adulten Tieren sind es Verletzungen aus intraspezifischen Auseinandersetzungen. Viele Wölfe kommen zudem durch Verletzungen beim Kampf mit wehrhaften Beutetieren (z.B. Elch/Hirsch) zu Tode. In Europa hat der Wolf keine natürlichen Feinde (Peters 1993).

 

Weiterführende Literatur

Chavez, A. S. & Geese, E. M. (2005): Food habits of wolves in relation to livestock depredations in northwestern Minnesota. American Midland Naturalist, 154(1), 253-263.

Habbe, B. (2013a): Aktuelles zu den Wölfen aus Niedersachsen. – Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (Hrsg.).

Habbe, B. (2013b): Wölfe in Niedersachsen: Wolfsmeldungen aus dem III. Quartal 2013. – Landesjägerschaft e.V. (Hrsg.), 6 S.

Habbe, B. (2014): Wolfsvorkommen in Niedersachsen. - Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (Hrsg.), veröffentlicht im World Wide Web unter http://www.wildtiermanagement.com/wildtiere/haarwild/wolf/wolfsnachweise_in_niedersachsen [Januar 2015]

Jedrzejewski, W., Niedzialkowska, M., Nowak, S. & Jedrzejewska,B. (2004): Habitat variables associated with wolf (Canis lupus) distribution and abundance in northern Poland. - Diversity and Distributions 10: 225-233.

Jedrzejewski, W., Niedzialkowska, M., Hayward, M. W., Goszczynski, J., Jedrzejewska, B., Borowik, T., Barton, K. A., Nowak, S., Harmuszkiewicz, J., Juszczyk, A., Kalamarz, T., Kloch, A., Koniuch, J., Kotiuk, K., Myslajek, R. W., Nedzynska, M., Olczyk, A., Teleon, M. & Wojtulewicz, M. (2012): Prey choice and diet of wolves related to ungulate communities and wolf subpopulations in Poland. - Journal of Mammalogy 93(6): 1480-1492.

Lanszki, L., Markus, M., Ujvary, D., Szabo, A. & Szemethy, L. (2012): Diet of wolves Canis lupus returning to Hungary. - Acta Theriologica 57(2): 189-193.

Mech, L.D. & Boitani, L. (2010): Canis lupus. In: IUCN 2013. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2013.2. veröffentlicht im World Wide Web unter URL: http://www.iucnredlist.org/details/3746/0 [16.12.2013].

Peters, G. (1993). Canis lupus Linnaeus, 1758 – Wolf. In: Niethammer, J. & Krapp, F. (Hrsg.): Handbuch der Säugetiere Europas: Band 5/I Raubsäuger (Teil 1). – Akademische Verlagsgesellschaft, Wiesbaden, 526 S.

Salvador, A. & Abad, P. L. (1987): Food habits of a wolf population (Canis lupus) in Leon province, Spain. Mammalia 51(1): 45-52.

Schmidt, K., Jedrzejewski, W., Theuerkauf, J., Kowalcyk, R., Okarma, H. & Jedrzejewska, B. (2008): Reproductive behaviour of wild-living wolves in Biolowieza Primeval Forest (Poland). - Journal of Ethology 26(1): 69-78.

Stenglein, J. L., Waits, L. P., Ausband, D. E., Zager, P. & Mack, C. M. (2011): Estimating gray wolf pack size and family relationships using noninvasive genetic sampling at rendezvous sites. - Journal of Mammalogy 92(4): 784-795.

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KURZDIAGNOSE

Quelle: ZITAT 

Flossenformel FORMEL
L.l. Anzahl Schuppen ANZAHL
Schlundzähne ANZAHL
Höhen-Längen-Verhältnis HÖHE:LÄNGE (TL)

ARTBESCHREIBUNG

Quelle: Kottelat & Freyhof (2007), Handbook of European Freshwater Fishes [aus dem Englischen übersetzt L. Rennebeck u. K. Plump, AG Fischökologie, Hochschule Bremen]; durchgesehen und redigiert J. Freyhof, 2013.

Beschreibung
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Verbreitung
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Lebensraum
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Biologie
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Bemerkungen
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