Igelschutz Autor: Birte Sänger & Heiko Brunken, 14. August 2015

 

Informationsquellen:

 

 

 

Tipps:

 

Befindet sich ein Igel in Ihrem Garten, der dort seinen Winterschlaf hält, dann sollte das Tier auf keinen Fall gestört werden. Igel sollten nur in Ausnahmefällen im Haus überwintern, da die Gefangenschaft bei den Wildtieren Stress auslöst. Zudem ist die Beschaffenheit eines geeigneten Winterquartieres im Haus nur schwer nachzuahmen. Bei zu hohen Temperaturen fällt der Igel nicht in den Winterschlaf und verbraucht zu schnell seine Energiereserven. Auch ist das Nahrungsangebot nur schwer auf die Stoffwechselsituation abzustimmen (BUND 2014).

 

Zu einer sensiblen Angelegenheit gehört auch das Freilassen im Frühjahr. Bei einem zu späten Aussetzen der jungen Igel, sind ggf. die besten Reviere schon besetzt und die Igel müssen in ungünstigeren und weit entfernten Gebieten ausweichen. Durch das vorgesetzte Nahrungsangebot im Haus besitzen die Igel kaum Jagderfahrung (BUND 2014).

 

Aus diesen Gründen sollten nie gesunde Tiere im Haus überwintern sondern in ihrem natürlichen Lebensraum gelassen werden. Bei Unsicherheit, ob ein Igel hilfsbedürftig ist, helfen folgende Hinweise:

 

Kranke und untergewichtige Tiere sind tagsüber und nach Wintereinbruch (Bodenfrost oder Schnee) zu beobachten. Diese Igel sind wahrscheinlich zu schwach für den Winterschlaf. Untergewichtige Tiere erkennt man zudem an der sogenannten „Hungerlinie“, einer Einbuchtung hinter dem Kopf, und eingefallenen Flanken. Tagsüber umherirrende oder apathisch herumliegende Tiere, die sich bei Berührungen nicht einrollen, sind wahrscheinlich krank und benötigen Hilfe (BUND 2014). Nur Igel, die auffallend krank oder unterernährt sind, sollten versorgt werden.

 

Unterschlupf sollte sich an Stellen befinden, an denen die Tiere ihre Ruhe haben und nicht gestört werden. Es eignen sich Reisighaufen, die mit Blättern und ein paar Zweigen abgedeckt werden, ein Misthaufen mit Reisig und Zweigen sowie alte Wurzeln mit Stroh und Laub. Auch Erdmulden oder Plätze unter Hecken können Schutz gegen Kälte bieten und als Schlafplatz für den Winterschlaf dienen.

 

Wollen Sie einem unterkühlten Igel helfen wollen, dann sollten Sie das Tier in ein Frotteehandtuch wickeln und mit einer lauwarmen Wärmflasche gewärmt werden. Als Futter eignet sich allein nicht verderbliches Feucht- oder Trockenfutter für Katzen, keinesfalls sollten Speisereste oder Dosenfutter gefüttert werden. Igel benötigen ausreichend Eiweiß und Fett. Die aufgenommenen Kohlenhydrate, durch Insekten, sind für Igel unverdaulich und dienen als Ballaststoffe. Hundefutter ist aufgrund der im Vergleich zum Katzenfutter proteinärmeren und kohlenhydratreicheren Zusammensetzung nicht geeignet. Wenn der Igel in der Nacht nach der Aufnahme nicht frisst dann sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

 

Befindet sich ein Igel oder verwaiste Junge in einer Notsituation, sodass Sie die Tiere aufziehen oder überwintern müssen, kann Ihnen der BUND in Ihrer Nähe weitere Informationen bieten (BUND 2014).

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